Radparcours
Radparcours

Radparcours "Gemeinde in Bewegung"

Ein Projekt der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Lobstädt-Neukieritzsch mit Unterstützung der "Stiftung Lebendige Gemeinde Neukieritzsch“


Am Sonnabend, den 2. Oktober 2010 fand auf dem Gebiet der Kirchgemeinde Lobstädt-Neukieritzsch der Radparcours "Gemeinde in Bewegung" statt. 

Mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger waren beim Projekt entweder als Teilnehmer, als Mitgestalter oder im Vorbereitungsteam involviert. Hinzu kommt das Mitwirken der kommunalen Grundschulen, deren gesamte Schülerzahl durch den jeweiligen Lehrkörper angeleitet wurde, Bastelarbeiten zur Ausgestaltung der Kirchgebäude zu Lobstädt resp. Neukieritzsch vorzunehmen. Anzubringen scheint mir auch, dass zwei Teilnehmer am Vortage mit dem Fahrrad von Dresden aus bis Neukieritzsch des Parcours wegen kamen. 

So fuhren nach Angaben des Gästebuches der Ev.-Luth. Kirche zu Kieritzsch allein am Vormittag des 2. Oktober 2010 114 Teilnehmer mit ihren Rädern von Kirchgebäude zu Kirchgebäude (Verlauf der Strecke: Kahnsdorf - Lippendorf - Kieritzsch - Neukieritzsch - Lobstädt - Großzössen - Kahnsdorf). Obwohl m.E. mindestens 2/3 der Teilnehmer nicht Glieder der Kirche sind, nutzten sie allerdings dieses für alle Bürgerinnen und Bürger offen stehende Projekt, die auf dem Gebiet der Kommune stehenden kirchlichen Einrichtungen, die Heimat- bzw. Kulturvereine und vor allem aber auch sich gegenseitig kennenzulernen. Ebenso konnte das Augenmerk auf die das Projekt unterstützende Stiftung „Lebendige Gemeinde Neukieritzsch“ gelenkt werden. Deren Logo war gleichfalls mit dem der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens auf eigens für den Radparcours bedruckten T-Shirts sichtbar. 

Katharina von Boras und Martin Luthers Hochzeit – gespielt vor dem Pfarrhaus Lippendorf von Schirmherrin Graichen und Vikar SchoberInnerhalb der jeweiligen Kirchgebäude "vor Ort" hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts die Möglichkeit, diverse Programmpunkte anzuschauen, v.a. auch selbst sich durch Gesang usw. zu beteiligen, so zum Beispiel am Gemeindehaus in Lippendorf. Nach einem kleinen Theaterstück, das auf die Bedeutung des Ortes hinwies, ging Herr Eißner (Heimatverein) detailgetreu auf das eben u.a. durch die Schirmherrin des Projekts, Kirchvorsteherin Graichen, Dargestellte ein.

Als einer der Höhepunkte wurde das Vorlesen von Briefen Luthers an Katharina von Bora, die das Gut Zöllsdorf besaß, durch Bürgermeister Graichen betrachtet. Das Vortragen der Briefe wurde erfrischt durch bekannte Lutherchoräle, die von der erst neu geweihten Orgel in der Ev.-Luth. Kirche zu Kieritzsch durch Frau Melanie Heide erklungen. 

In der Ev.-Luth. Kirche zu Neukieritzsch konnten sich die Radler durch das Team der Maxhütte (Karsten Jacob) stärken, die Bastelarbeiter der Neukieritzscher Grundschulkinder bewundern und sich über den bisherigen Verlauf des Vormittages austauschen. Die Getränke besorgte die Firma Getränke-Mai, die ebenso zum Schluss des Parcours die anwesenden Personen mit Wasser und Fruchtsäften versorgte. 

Besonders schön wirken die Wallpaintings der Kinder der Grundschule Lobstädt.Auch wenn an diesem Rastplatz einige der Teilnehmer sich verabschiedeten, kamen neue hinzu. Sie erlebten in der Ev.-Luth. Kirche zu Lobstädt ein Quiz über die Kommune resp. den Tagebau. Die Wall-Paintings der Grundschüler verliehen dem Kirchgebäude einen eindrucksvollen Charakter und bildeten in ihrer Buntheit die zwischenmenschliche und den Tag bestimmende fröhliche Atmosphäre symbolisch ab. 

Auftritt des Gemischten Chores Neukieritzsch in der Ev.-Luth. Kirche zu Großzössen.Ein weiterer Höhepunkt war das Auftreten des "Gemischten Chores Neukieritzsch e.V." in der Ev.-Luth. Kirche zu Großzössen. Stücke von Bach und Mozart, Filmmusik und sogar ein für den Parcours geschriebenes "Radfahrerlied" ließ die Stimmung in der vollbesetzten Kirche nicht abbrechen. Zwei Vertreter des Vereins „Neue Helene e.V.“ berichteten über die Vereinsarbeit sowohl in dieser Ortschaft als auch in Kahnsdorf. 

Dort bildete den Abschluss des Radparcours ein Kaffeetrinken mit von Bürgerinnen selbstgebackenem Kuchen bzw. ein Abendessen, das durch den Kastanienhof (Lobstädt) zubereitet war. Für die Kinder gab es besondere Höhepunkte, die auch von Frau Heike Urban, eine der beiden Bezirkskatechetinnen des Kirchenbezirkes Leipziger Land mit dem Aufgabengebiet "Gemeindearbeit", ausgestaltet worden waren. 

Eine anschließende Andacht im Kirchgebäude sollte die Eindrücke des Tages aufnehmen. An ihr waren beteiligt Bürgermeister Graichen (CDU, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Lebendige Gemeinde Neukieritzsch"), Herr Bräuer (SPD, Gemeinderat und ebenso Mitglied im Kuratorium der kommunalen Stiftung), Schirmherrin Frau Graichen als Schirmherrin des Projekts und Mitglied des Kirchenvorstandes und ich selbst. Insofern gab es eine wunderbare Symbiose zwischen Kirchgemeinde und kommunaler Gemeinde. Sie war sicherlich auch ein Grund für den großen Zuspruch zum Parcours. 

Herr Eißner vom Heimatverein Lippendorf überreicht die ersten zwei Überbauten mit Motiven der Ortschaften Lippendorf und Kieritzsch für das WagenradSchließlich sei noch auf eine die Kommune verbindende Aktion hingewiesen. Vertreter jeder Ortschaft (Vereine) übergaben an jeder Station Überbauten für ein Wagenrad, das die Firma Ramm extra für das Projekt aufbereitet hatte. Auf den Überbauten sind die jeweiligen Ortsteile charakterisierenden Bauten, Ereignisse usw. dargestellt. Das Rad soll einen würdigen Platz - vielleicht im noch im Bau sich befindlichen Mehrzweckgebäude - erhalten. Es soll an diesen 2. Oktober 2010 erinnern und symbolisch dafür stehen, dass die Kommune Neukieritzsch aller Bürger braucht, die Zukunft zu gestalten. 

Die Resonanz zum Projekt war sehr gut. Viele Bürgerinnen und Bürger - darunter auch welche, die nicht teilnehmen konnten - wünschten sich eine Wiederholung im kommenden Jahr. Allerdings ist zu überlegen, ob eine Wiederholung nur alle zwei Jahre durchgeführt werden sollte, damit der "Zauber, der jedem Anfang inne wohnt" (Hermann Hesse) nicht zu schnell verfliegt. Aber fest steht: Den Zauber hat das Projekt auf alle Fälle durch alle Mitwirkenden und Mitfahrenden erhalten, und manch einer ist noch immer ein klein wenig verzaubert…

Neukieritzsch, den 1. Dezember 2010

Jan Schober
Vikar

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